Mundtrockenheit, ein brennendes Gefühl im Mund, Zahnfleisch, das plötzlich immer wieder entzündet ist. Viele Frauen erleben das ab Mitte 30 oder 40 und bringen es nicht mit ihrem Hormonhaushalt in Verbindung. Genau diesen Zusammenhang hat Zahnarzt Dr. W. Kufahl in einem FroximunWorld-Webinar aufgezeigt.
Dr. Kufahl sieht in seiner Praxis täglich, wie sich hormonelle Umstellungen in der Mundhöhle zeigen: an Zähnen, Zahnfleisch, Schleimhaut, Speichel und Geschmack. Seine Beobachtung: Der Mund ist oft der Ort, an dem sich die Wechseljahre als Erstes bemerkbar machen, lange bevor andere Symptome auffallen.
Mediziner unterscheiden vier Phasen der hormonellen Veränderung: die Prämenopause mit regelmäßigem Zyklus, die Perimenopause als Übergangsphase mit ersten, oft nicht zugeordneten Schwankungen, die eigentliche Menopause um das 50. Lebensjahr und schließlich die Postmenopause, in der sich der Körper langfristig auf die neue hormonelle Lage einstellt. Gerade in der Perimenopause tauchen erste Beschwerden im Mund oft auf, lange bevor jemand überhaupt an die Wechseljahre denkt.
Warum die Mundschleimhaut in den Wechseljahren so empfindlich reagiert
In der Mundschleimhaut sitzen Rezeptoren für Östrogen, Progesteron und Androgene. Sinkt der Hormonspiegel in Perimenopause und Menopause, verändern sich laut Kufahl Durchblutung, Kollagenstruktur und Immunantwort der Schleimhaut. Auch die geschätzt bis zu tausend kleinen Speicheldrüsen im Mund- und Rachenraum reagieren empfindlich. Sie produzieren weniger oder anders zusammengesetzten Speichel. Die Folge können Mundtrockenheit, ein verändertes Geschmacksempfinden oder ein brennendes Mundgefühl sein.
Speichel ist dabei mehr als Flüssigkeit. Er puffert den pH-Wert im Mund ab, liefert Mineralstoffe für die Zähne und bildet die erste Schutzbarriere der Mundschleimhaut. Gerät diese Barriere durch hormonelle Schwankungen aus dem Gleichgewicht, wird die Mundhöhle insgesamt anfälliger für Reizungen und Entzündungen.
Auch die Zunge ist laut Kufahl kein reiner Muskel, sondern ein Sinnesorgan mit eigenem Drüsengewebe. Verändert sich die Hormonlage, verändert sich häufig auch das Geschmacksempfinden, ein Effekt, den viele Patientinnen erst spät mit den Wechseljahren in Verbindung bringen.
Auch Zahnfleisch und Kieferknochen tragen Hormonrezeptoren. Sinkt der Östrogenspiegel, kann sich das Gleichgewicht zwischen Knochenaufbau und Knochenabbau verschieben, ein Prozess, der dem der Osteoporose ähnelt, nur eben im Kiefer. Kufahl empfiehlt deshalb, bei geplanten Zahnimplantaten in Phasen starker hormoneller Umstellung eher abzuwarten, bis sich das System wieder stabilisiert hat.
Der Mund als erste Kontaktzone für Darm und Körper
Kufahl beschreibt die Mundhöhle als erste zugängliche Kontaktzone für alles, was der Körper aufnimmt. Ist die Mundschleimhaut geschwächt, können Schadstoffe leichter eindringen, ähnlich wie beim bekannteren Leaky-Gut-Syndrom im Darm. Mundhöhle, Speiseröhre, Magen und Darm bilden ein zusammenhängendes System. Was im Mund beginnt, wirkt sich auf den gesamten Verdauungstrakt aus, und umgekehrt.
Das erklärt auch, warum manche Frauen in den Wechseljahren plötzlich über wiederkehrendes Zahnfleischbluten berichten, obwohl sie ihre Mundhygiene nicht verändert haben. Die Ursache liegt dann nicht in der Putztechnik, sondern in der veränderten Reaktionslage der Schleimhaut selbst. Mehr zum Zusammenhang zwischen geschwächter Schleimhaut und Darmgesundheit liest du in unserem Artikel zum Leaky-Gut-Syndrom.
Was du für deine Mundgesundheit jetzt tun kannst
Mundpflege bedeutet laut Kufahl mehr als Zähneputzen. Dazu gehört, die Zunge regelmäßig zu reinigen, denn Beläge zeigen oft früh, dass etwas aus der Balance geraten ist. Ausreichend zu trinken hilft, damit der Speichelfluss nicht zusätzlich leidet. Veränderungen wie Zahnfleischbluten, anhaltende Mundtrockenheit oder Geschmacksveränderungen solltest du nicht als normale Alterserscheinung abtun, sondern beim nächsten Zahnarzttermin gezielt ansprechen.
Als ergänzenden Baustein nutzt Kufahl in seiner Praxis Produkte auf Basis von MANC, einem aktivierten Naturclinoptilolith, das Schadstoffe im Mundraum binden und so die Mundschleimhaut entlasten kann. Je nachdem, was sich am besten in den Alltag integrieren lässt, eignen sich dafür eine Mundspülung, eine Zahnpasta oder eine Lutschtablette. Wichtig ist laut Kufahl weniger, welche Form du wählst, sondern dass du sie regelmäßig anwendest.
Die Zahngesundheit in den Wechseljahren ist damit keine Nebensache. Sie ist ein Bereich, der viel früher Aufmerksamkeit verdient, als die meisten denken.
Mehr zur Mundpflege mit MANC findest du hier