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Konstitutionstyp: Was Vata, Pitta und Kapha über dich verraten

Inhalt des Webinars

Warum vertragen manche Menschen Kälte kaum, während andere im Winter kurzärmelig unterwegs sind? Gesundheitslehrer Raik Garve erklärt in seinem Webinar, wie dein Konstitutionstyp solche Unterschiede erklären kann und warum ihn zu kennen mehr bringt als reine Typenspielerei.

Raik Garve ist seit 2005 Gesundheitslehrer und Dozent in der Erwachsenenbildung. Er verbindet in seinen Vorträgen schulmedizinisches Wissen mit jahrtausendealten Konstitutionslehren aus unterschiedlichen Kulturkreisen.

Was ein Konstitutionstyp mit der Fünf-Elemente-Lehre zu tun hat

Garve führt zunächst in das sogenannte Analogiedenken ein, eine Betrachtungsweise, die er in nahezu jeder alten Heilkundetradition findet. Grundlage sind für ihn zwei Achsen: eine Energieachse zwischen den Polen schnell, warm und aktiv auf der einen sowie langsam, kalt und passiv auf der anderen Seite, dazu eine Beschaffenheitsachse. Aus diesen Grundqualitäten leiten sich die klassischen Elemente ab, in vielen Traditionen Erde, Wasser, Feuer und Luft, ergänzt um ein fünftes, verbindendes Element, das je nach Kultur Äther, Quintessenz oder ähnlich genannt wird.

Diese Systematik findet sich laut Garve nicht nur in der traditionellen chinesischen Medizin, sondern eben auch im ayurvedischen Konstitutionsmodell, nur unter anderen Namen. Genau dieses Modell nutzt er, um im weiteren Verlauf zu erklären, wie sich daraus ein individueller Konstitutionstyp ergibt. Als weiteres Beispiel für eine Konstitutionslehre nennt Garve die Psychophysiognomik nach Carl Huter, die versucht, von Körper- und Gesichtsmerkmalen auf die Konstitution zu schließen, ein historisches System, das er als Randnotiz einordnet und nicht vertieft.

Vata, Pitta und Kapha: Wie sich die Elemente zum Konstitutionstyp verbinden

Im Ayurveda verbinden sich laut Garve jeweils zwei Elemente zu einem der drei Doshas. Luft und Äther ergeben das Vata-Dosha, das Prinzip der Bewegung und des Wandels. Feuer und Wasser bilden das Pitta-Dosha, zuständig für Stoffwechsel und Umwandlung, etwa bei der Verdauung. Pitta löst dabei laut Garve unter anderem den Katabolismus aus, also den abbauenden Teil des Stoffwechsels. Erde und Wasser wiederum ergeben Kapha, das Prinzip von Struktur und Stabilität. Jedes Element ordnet Garve dabei auch einem Sinn zu: Äther dem Gehör, Luft dem Tastsinn, Feuer dem Sehen, Wasser dem Geschmack und Erde dem Geruch.

Einen reinen Vata-, Pitta- oder Kapha-Typ gibt es laut Garve praktisch nicht, bei jedem Menschen dominiert meist eines der drei Prinzipien, während die anderen im Hintergrund mitwirken. Auch über die Lebensphasen hinweg verschiebt sich dieses Verhältnis: In der Kindheit steht eher Kapha im Vordergrund, im Erwachsenenalter Pitta, im höheren Alter dann zunehmend Vata, mit dem typischen Bild von mehr Kälteempfindlichkeit und Trockenheit. Ist das Vata-Dosha stark aus dem Gleichgewicht, spricht Garve von einem Vata-Syndrom mit einem Übermaß an Luftelement im Körper, das sich unter anderem in Unruhe oder Kälteempfindlichkeit zeigen kann. Auch bestimmten Körperregionen ordnet er die Doshas zu, etwa die Hüften eher dem Vata.

Warum den eigenen Konstitutionstyp zu kennen im Alltag hilft

Für Garve ist die Beschäftigung mit dem eigenen Konstitutionstyp kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug zur Standortbestimmung. Wer wiederkehrende Beschwerden hat, kann sich fragen, ob die eigene Lebensweise, das Klima, in dem man lebt, oder auch berufliche Entscheidungen zur eigenen Konstitution passen oder eher dagegen arbeiten. Ein ausgeprägter Vata-Typ, der Kälte schlecht verträgt, zieht daraus vielleicht andere Konsequenzen für den Wohnort im Winter als jemand mit starkem Kapha-Anteil.

Garve beschreibt solche Systeme, von der Fünf-Elemente-Lehre über Ayurveda bis hin zu Feldern, denen er selbst früher skeptisch gegenüberstand, ausdrücklich als Werkzeuge zur Selbsterkenntnis, nicht als Dogma, an dem man sich festklammern sollte. Wer tiefer einsteigen möchte, findet nach seiner Empfehlung mit gängigen Einführungsbüchern zu den Ayurveda-Typen einen guten Startpunkt, umfangreichere Fachliteratur hält er eher für therapeutisch Arbeitende relevant. Für alle anderen reicht laut Garve schon ein grundlegendes Verständnis, um erste Impulse für den eigenen Alltag mitzunehmen.

Mehr über den ganzheitlichen Ansatz hinter solchen Konstitutionsmodellen erfährst du auf der Webseite von Raik Garve: Das Geheimnis deines Typs

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