Ein metallischer Geschmack im Mund, ein leichtes Brennen an der Zunge, das niemand so richtig zuordnen kann. Umweltzahnmediziner Dr. Wolfgang Kufahl hat sich in einem FroximunWorld-Webinar genau diesem oft übersehenen Phänomen gewidmet: dem oralen Galvanismus.
Kufahl beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den Wechselwirkungen zwischen Zahnmaterialien und dem restlichen Körper. In diesem Webinar konzentrierte er sich bewusst auf die Grundlagen und lokalen Effekte im Mundraum selbst, die weiterführenden systemischen Zusammenhänge sind Thema eines Folgetermins.
Was oraler Galvanismus eigentlich bedeutet
Der Begriff geht auf den italienischen Arzt Luigi Galvani zurück, der 1780 beobachtete, wie sich Muskeln in einem präparierten Froschschenkel bei Kontakt mit Metall zusammenzogen. Sein Zeitgenosse Alessandro Volta widersprach Galvanis Theorie einer „tierischen Elektrizität“ und zeigte, dass es die unterschiedlichen Metalle selbst waren, die den Strom erzeugten, eine Erkenntnis, die zur Erfindung der ersten Batterie führte, der Voltaschen Säule.
Beide hatten auf ihre Weise recht: Der menschliche Körper ist tatsächlich bioelektrisch aktiv, wie EEG oder EMG in der Medizin bis heute zeigen, und gleichzeitig funktioniert die sogenannte Mundbatterie nach genau dem Prinzip, das Volta beschrieb. Befinden sich im Mund unterschiedliche Metalle, etwa eine Amalgamfüllung und eine Goldkrone, entsteht über den Speichel als leitende Flüssigkeit ein messbarer Stromfluss zwischen ihnen. Genau das ist im Kern oraler Galvanismus.
Welche Metalle im Mund eine Rolle spielen
Kufahl zählt eine ganze Reihe möglicher Quellen auf: Amalgam-, Gold- oder Silber-Palladium-Füllungen, Kronen und Brücken, Titanimplantate, Zahnspangen mit Drähten und Klammern, teils auch Zungenpiercings oder Zungentattoos. Wichtig ist ihm dabei eine Klarstellung: Die meisten dieser Materialien bestehen nicht aus einem reinen Metall, sondern aus gezielt zusammengesetzten Legierungen. Eine 585er Goldkrone etwa enthält nur 58,5 Prozent Gold, der Rest sind andere Metalle in gezielter Mischung. Selbst eine Kunststofffüllung zwischen zwei Metallen wirkt dabei übrigens nicht zuverlässig isolierend, weil der Speichel als Elektrolyt trotzdem einen Kontakt herstellen kann.
Historisch war der Galvanismus im 19. Jahrhundert sogar eine anerkannte Erklärung für Karies. Der amerikanische Zahnarzt Dr. Chase veröffentlichte um 1870 erste Beschreibungen dazu, seine Hypothese: Galvanische Ströme lösen den Zahnschmelz auf. Ab etwa 1900 setzte sich stattdessen zunehmend die bakterielle Theorie durch, wonach Zucker säurebildende Mundbakterien begünstigt, die wiederum den Zahnschmelz demineralisieren. Kufahl plädiert dafür, beide Mechanismen als Zusammenspiel zu verstehen, statt sie gegeneinander auszuspielen, denn beide können zu Mineralverlust am Zahnschmelz beitragen.
Eine Herausforderung bei der Erforschung des oralen Galvanismus bis heute: Messungen im Mund lassen sich nur schwer eins zu eins reproduzieren, weil sich Speichelzusammensetzung und Kontaktflächen ständig leicht verändern. Das erklärt laut Kufahl auch, warum die Theorie zeitweise aus dem wissenschaftlichen Fokus geriet, obwohl das zugrunde liegende physikalische Prinzip unstrittig ist.
Wie Zeolith den Mundraum unterstützen kann
An dieser Stelle setzt der aktivierte Naturzeolith MANC an, bekannt aus der Toxaprevent-Produktreihe. Seine mikroporöse, negativ geladene Struktur kann Metallionen und freie Ladungen binden und dadurch galvanische Mikroströme abschwächen. Das kann laut Kufahl dazu beitragen, das Mundmilieu zu stabilisieren, den pH-Wert abzupuffern und Reizungen wie ein Brennen an der Zunge oder einen metallischen Geschmack spürbar zu lindern.
Wichtig ist Kufahl dabei eine klare Abgrenzung: MANC ersetzt keine notwendige Metallsanierung. Solange problematische Materialien aber noch im Mund verbleiben, kann eine tägliche Anwendung, etwa als Zahnpasta, Suspension oder Mundspülung, den Mundraum unterstützend entlasten, bis eine dauerhafte Lösung ansteht.
Mehr zum Zusammenhang zwischen Mundgesundheit und Allergien liest du in unserem Artikel Mundgesundheit und Allergien, ebenfalls von Dr. Kufahl.