Deine Leber hat gerade, während du diesen Satz liest, ungefähr anderthalb Liter Blut verarbeitet. Diese Vorgänge laufen ununterbrochen, ganz ohne dass wir etwas davon merken. In einem FroximunWorld-Webinar hat Arzt Marcus Stanton gezeigt, was dabei biochemisch tatsächlich passiert, und warum Entgiftung mehr ist als nur ein Trendbegriff.
Stanton beschreibt den Körper gerne als Fließgleichgewicht: Stoffe kommen dazu, werden verarbeitet und wieder ausgeschieden. Gerät genau dieser letzte Schritt ins Stocken, entsteht ein Rückstau, und das System gerät aus der Balance. Er sieht darin einen der am häufigsten übersehenen Bausteine, wenn Menschen sich trotz gesunder Lebensweise dauerhaft erschöpft fühlen.
Warum Entgiftung ein biochemischer Umbauprozess ist
Die Leber arbeitet in mehreren Phasen. In Phase eins verändert ein Enzymsystem namens Cytochrom P450 die Struktur bestimmter Moleküle, etwa durch Oxidation. Der Name kommt vom griechischen Wort für Farbe, weil die einzelnen Cytochrome unterschiedliche Lichtspektren absorbieren, ein kleines Stück Chemie-Trivia, das Stanton gerne einstreut.
In Phase zwei werden diese veränderten Moleküle an andere Stoffe gekoppelt, damit sie wasserlöslich werden, ein Vorgang, den er mit dem Ankoppeln von Zugwaggons vergleicht. Ein typischer Kopplungspartner ist Glukuronsäure, dieselbe Substanz, die auch der Kombuchapilz produziert und die als einer der Gründe gilt, warum Kombucha diesen guten Ruf genießt. In Phase drei transportieren spezielle Eiweiße, die sogenannten ABC-Transporter, das fertig gekoppelte Molekül schließlich aus der Zelle heraus, benannt übrigens nach ihrer Struktur und nicht nach den ABC-Schutzmasken, wie Stanton mit einem Schmunzeln klarstellt.
Ein Beispiel, das er besonders anschaulich findet: Vitamin D wird zwar durch Sonnenlicht in der Haut gebildet, muss danach aber noch einen entscheidenden Umwandlungsschritt in der Leber durchlaufen. Ist die Leber überlastet, kann selbst bei viel Sonne trotzdem ein Vitamin-D-Mangel entstehen, weil der Engpass an ganz anderer Stelle sitzt.
Vier Wege: wie deine Entgiftungsorgane Stoffe tatsächlich loswerden
Wasserlöslich gemachte Stoffe verlässt der Körper über vier Wege. Die Niere scheidet aus, was wasserlöslich und membrangängig ist, wobei sie einen Großteil des sogenannten Primärharns zuvor wieder rückresorbiert. Ausgeschieden wird am Ende also nur ein Bruchteil der ursprünglichen Menge. Die Haut trägt über Talg- und Schweißdrüsen ebenfalls einen Teil bei, teils sichtbar als kleine rötliche Erhabenheiten bei stärker belasteten Menschen. Und die Darmwand, mit ihrer enormen Fläche von über 400 Quadratmetern, ist der größte Übergabepunkt von allen, auch hier kann allerdings ein Teil der Stoffe wieder aufgenommen werden, statt den Körper endgültig zu verlassen. Leber, Niere, Haut und Darm bilden zusammen die wichtigsten Entgiftungsorgane, auf die der Körper dabei angewiesen ist.
Was MANC dabei genau tut, und was nicht
An dieser Stelle wird es wichtig, präzise zu bleiben. Stanton formuliert es bewusst vorsichtig: Man sollte nicht sagen, MANC entgifte den Körper. Richtig ist, dass MANC im Darmlumen bestimmte Substanzen bindet, an seiner Oberfläche irreversibel, ohne selbst aufgenommen zu werden. Die Entlastung des Körpers ist dabei eine Begleiterscheinung dieses Bindungsvorgangs, kein direkter Wirkmechanismus am Organ selbst, eine Unterscheidung, auf die er großen Wert legt.
MANC bindet dabei sehr selektiv. Es hat keine Affinität zu physiologisch wichtigen Mineralstoffen, und es kann parallel auch Histamin binden, was die Darmwand insgesamt beruhigen kann. Weil es den Magen-Darm-Trakt während der gesamten Passage von 24 bis 48 Stunden begleitet, kann es über den Tag verteilt kontinuierlich wirken, statt nur punktuell einzugreifen. Wie du es sinnvoll in deinen Alltag einbaust, besprichst du am besten individuell mit deinem Arzt oder Therapeuten.
Wie sich diese Entgiftungsprozesse auf Schlaf und individuelle Unterschiede auswirken, liest du vertiefend in unserem Artikel Detox für den Körper.